Schulmilch macht schlau!

Wie wichtig ein gutes Frühstück für die schulische Leistung der Kinder und Jugendlichen ist, wurde jüngst durch zwei Ernährungsstudien belegt. Wer qualitativ gut frühstückt verbessert seinen IQ messbar. Der hohe Wert des Frühstücks für die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen steht jedoch in krassem Gegensatz zur Realität. So bemängelt der aktuelle UN-Sozialbericht, dass in Deutschland ein Viertel aller Kinder ohne Frühstück zur Schule kommt. Unter den älteren Schülern ab Klasse 8 steigt der Anteil der Nichtfrühstücker sogar auf 30 %. Um so wichtiger ist das gesunde Milchfrühstück in der Schule.

Die Zusammenfassung der Studien bieten wir Ihnen hier zum Download an:

Schulmilch verbessert IQ und Lernleistung
Günter Wagner, Dipl. oec. troph., Institut für Sporternährung e.V., Bad Nauheim

Einfluss der Frühstücksqualität auf die mentale Leistung
Prof. Dr. Günter Eissing, Professor für Gesundheitsfürderung und Verbraucherbildung, TU Dortmund

Wir fordern: Kostenlose Schulmilch für sozial benachteiligte Kinder

Kinder aus sozial benachteiligten Familien verfügen oft über einen schlechten Ernährungsstatus und sind einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt als andere Kinder. Schon 2005 stellte das Robert-Koch-Institut in seinem Bericht „Armut bei Kindern und Jugendlichen“ fest, dass sich im Kindes- und Jugendalter ein Zusammenhang zwischen der sozialen Lage und dem Ernährungs- und Gesundheitsverhalten feststellen lässt. In Armut aufgewachsene Jugendliche essen z.B. weniger Obst und Gemüse und ernähren sich insgesamt schlechter. Sie gehen an Schultagen öfter ohne Frühstück aus dem Haus als ihre anderen Altersgenossen („Health Behavior in School-aged Children – A WHO Cross National Survey“ HBSC-Studie, 2002). Laut neuester HBSC-Studie 2010 aus Hessen kommen knapp 30 % der 9.-Klässler immer ohne Frühstück zur Schule – Tendenz seit Jahren steigend. Das ist ein alarmierender Befund und sollte die Politik zum Umdenken animieren. Kinder ohne Frühstück starten nachweislich mit „schlechten Karten“ in den Schultag, weil sie sich im Unterricht weniger gut konzentrieren können und über ein schlechteres Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten verfügen. Wenn wir diesen Kindern und Jugendlichen wirklich helfen wollen, müssen wir als erstes dafür sorgen, dass sie nicht hungrig in der Schule sitzen! Chancengleichheit in der Schule beginnt für Kinder aus einkommensschwachen Familien damit, dass sie ein gesundes Frühstück erhalten und danach konzentriert am Unterricht teilhaben können.

Gesunde Zähne und starke Knochen – natürlich mit Milch

Milch und Milchprodukte enthalten Calcium, ein wichtiger Mineralstoff für gesunde Kinderernährung. Haben Sie gewusst, dass bereits in einem Glas Milch mehr Calcium steckt als in zehn Scheiben Vollkornbrot? Viele Kinder frühstücken zu Hause aber nur unregelmäßig oder gar nicht. Laut Ernährungsbericht nehmen Grundschüler durchschnittlich nur 60 bis 70 Prozent der empfohlenen Calciummenge auf.

Damit Zähne und Knochen sich gesund entwickeln können, empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), dass Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis zehn Jahren täglich rund 0,3 bis 0,4 Liter Milch trinken sollten.

Calcium, Magnesium, Jod – davon nehmen viele Jugendliche nicht genug zu sich. Milch ist der ideale Nährstofflieferant. Zum Beispiel in Form von fettarmer Molke oder Buttermilch. Sie gibt's in vielen fruchtigen Geschmacksrichtungen.

Eine Langzeitstudie, die von Wissenschaftlern des medizinischen Forschungsinstituts im australischen Queensland und der Universität im britischen Bristol durchgeführt wurde, fand heraus: Wer als Kind viel Milch trinkt, hat offenbar eine längere Lebenserwartung. Das in Milcherzeugnissen enthaltene Kalzium fördert das Knochenwachstum und verringert zudem das Risiko eines Hirnschlags.

Milch ist gesund – da steckt Vielfalt drin

Eiweiß

Milch und Milchprodukte enthalten hochwertiges Eiweiß – ein wichtiger Baustein zum Beispiel für Enzyme oder unsere Muskeln.

Milchfett

Das Milchfett bestimmt den Geschmack der Milch. Es ist leicht verdaulich und enthält bei vermehrter Weidehaltung im Sommer einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren.

Milchzucker

Milchzucker (Lactose) liefert Energie. In Vollmilch liegt sein Anteil bei 4,8 Prozent. Die Süßkraft des Milchzuckers ist fünfmal geringer als die des Haushaltszuckers. Milchprodukte wie Joghurt oder Käse enthalten nur wenig Lactose. Deshalb werden sie auch in zunehmendem Alter meist gut vertragen.

Mineralstoffe

Milch enthält Magnesium, Jod und Zink. Der hohe Calciumgehalt zusammen mit Vitamin D und viel Bewegung beugen Osteoporose vor.

Vitamine

Die in der Milch enthaltenen Vitamine (A, D, E, K, B1, B2, B12) und Folsäure runden den gesunden Mix ab.

Eine erfrischend gute Idee – Milchgetränke selbst gemixt

Milchmixgetränke schmecken Kindern oft besser als Milch pur. So wird's gemacht: Milch mit Müsli oder Getreideflocken mischen und frisches Obst dazu geben. Unser Tipp: Milchportionen lassen sich bestens in leckeren Milchshakes, Kartoffelpüree, Grießbrei, Milchreis oder im Nudelauflauf unterbringen.

Wenn Ihr Kind keine pure Milch mag, eignen sich Milchprodukte wie Joghurt oder Quark, Buttermilch und Kefir oder schwach gesüßter Kakao.

Probieren Sie doch mal neue Frühstücksvarianten aus. Wie wäre es mit Brotscheiben, belegt mit fettarmem Schnitt- oder Frischkäse? Garnieren Sie das Ganze mit Gurken- und Tomatenscheiben oder Obststückchen.

Das mögen Kinder zwischendurch

  • Klein geschnittene Äpfel, Birnen, Bananen und Beerenfrüchte
  • Joghurt und Quark mit Müsli oder Getreideflocken und Obststückchen
  • Gemüsestifte oder -scheiben von Tomate, Gurke, Paprika, Möhre, Kohlrabi
  • Vollkornbrötchen belegt mit körnigem Frischkäse und Radieschenscheiben

Gesunde Schlankmacher

Milch enthält auch Milchfett und Milchzucker. Sie können auch fettreduzierte Varianten wählen. Zwischenzeitlich werden schmackhafte Milchmixgetränke und fruchtiger Joghurt mit unterschiedlichem Fettgehalt angeboten.

Ernährung und Gesundheit

Lactoseintoleranz: Was tun, wenn man Milchzucker nicht verträgt?

Der in der Milch enthaltene Milchzucker wird beim gesunden Menschen im Darm durch ein Enzym (Lactase) in zwei Einfachzucker (Galaktose und Glucose) gespalten. Ohne diese chemische Reaktion kann der Milchzucker nicht verdaut und verwertet werden. Ein Mangel an Lactase führt zu Verdauungsproblemen, weil der Milchzucker im Darm von Bakterien aufgespalten wird und Wasser bindet. Bei einer Laktoseintoleranz muss aber nicht komplett auf Milch und Milchprodukte verzichtet werden. Oft werden geringere Mengen vertragen. Deshalb sollte man mehrere Alternativen ausprobieren:

  • Sauermilchprodukte wie Joghurt, Quark oder Dickmilch werden häufig vertragen, weil ein Teil des enthaltenen Milchzuckers bereits umgewandelt wurde
  • Milchzuckerhaltige Lebensmittel in geringen Mengen über den Tag verteilt essen
  • Käse enthält nur noch sehr wenig Milchzucker und verursacht daher selten Beschwerden
  • Sahne und Butter enthalten kaum Milchzucker und sind meist gut verträglich

Verschleimt Milch?

Den Geschmack von vollfetter Milch und das typische Mundgefühl empfinden manche Menschen nicht als angenehm. Allerdings bedeutet dies noch lange nicht, dass eine Milchallergie oder Laktoseintoleranz besteht.

Gelegentlich wird vermutet, dass Milch den Darm „verschleimt“ und so die Aufnahme wichtiger Nährstoffe verhindert. Studien haben jedoch gezeigt, dass Milch zu keiner erhöhten Schleimbildung führt, weder bei Gesunden noch bei Personen, die mit Schnupfenviren infiziert waren.

Symptome nach Milchverzehr wie Filmbildung im Mund-Rachen-Bereich oder dickerer Speichel scheinen in vielen Fällen durch den Fettgehalt der Milch und den typischen Geschmack verursacht zu werden.

Nach dem Verzehr einer geschmacksgleichen Sojamilch wurden in der Studie dieselben Symptome beobachtet. Da Milch im Vergleich zu Wasser dickflüssiger ist, kommt es also subjektiv zu dem Gefühl einer erhöhten Schleimbildung.

Kann Milch dem Körper Calcium entziehen?

Diese Meinung verwirrt – zumal Milch als hervorragender Calciumlieferant gilt. Wenn jemand weit über den Bedarf Proteine zu sich nimmt, kann es vorkommen, dass vermehrt Calcium ausgeschieden wird (Hypercalciurie). Der Körper gleicht dies aus, indem er langfristig wiederum Calcium aus den Knochen freisetzt.

Doch nicht alle Proteine lösen eine Hypercalciurie aus. Besonders schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin und Cystin führen dazu, dass Calcium ausgeschieden wird. Diese beiden Aminosäuren sind jedoch in der Kuhmilch nur zu einem geringen Prozentsatz enthalten (insgesamt nur ca. 3,7 g von 100 g Protein). Dagegen bewirkt die in der Milch enthaltene Aminosäure L-Lysin, dass in Darm und Nieren verstärkt Calcium aufgenommen wird. Dies wirkt einer Entstehung von Osteoporose entgegen.

Erhöht Kuhmilch das Risiko, an Diabetes zu erkranken?

Häufig wird diskutiert, ob der frühe Kontakt von Kindern mit Kuhmilch das Risiko einer Erkrankung an Diabetes Typ 1 erhöht. Grundsätzlich ist für die gesunde Entwicklung von Säuglingen und die Stärkung des Immunsystems eine lange Stillzeit günstig.

Bisher liegt kein direkter Beweis vor, dass kuhmilchhaltige Nahrung im Säuglings- oder Kindesalter die Entwicklung von Diabetes Typ 1 begünstigt. Untersuchungen an Tiermodellen lieferten bisher keinen endgültigen Beweis dafür, dass der frühe Kontakt des Neugeborenen- oder Säuglingsdarms mit fremden Eiweißstoffen das Erkrankungsrisiko bei genetischer Prädisposition für Typ-1-Diabetes erhöht. Ein besonders starker Effekt von Kuhmilch gegenüber anderen tierischen und pflanzlichen Eiweißstoffen konnte nicht nachgewiesen werden.

Fazit

Viele der genannten Vorbehalte sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Milch ist ein hochwertiges Nahrungsmittel. Milch enthält nicht nur viel Calcium, sondern auch lebensnotwendige Eiweißbausteine, leicht verdauliches Milchfett, Energie liefernden Milchzucker sowie zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe. Milch und Milchprodukte sind damit eine wesentliche Grundlage für eine gesunde und vollwertige Ernährung.

Milch ist gesund

Frische Kuhmilch enthält:

  • 87 % Wasser
  • 4,2 % Fett
  • 3,4 % Eiweiß
  • 4,7 % Milchzucker
  • 0,7 % Mineralstoffe
  • Vitamine